Landwirtschaft für Mensch, Tier & Natur

Gemüse Box

Mehr dazu!

Samstagsspaziergänge durch Roßbach – Teil 2

Unter der Birke vor Oma’s Haus glänzt das Gras in der Morgensonne wie kleine Seenplatten. Die Grashalme sind stellenweise plattgetreten, ihre Oberflächen wie Spiegel aneinander gereiht, in denen Tautropfen und Licht miteinander verschmelzen.   

Ich gehe die geteerte Straße entlang, die zur Mossauer Höhe führt. Hinter der Kurve liegen die Felder. Die Farben der fast reifen Früchte mischen sich mit den dunklen Tönen des Untergrunds, wie Kreide auf Asphalt. Gelb, grün, orange. Fünf Streifen ziehen sich links vom Krähenfallenweg bis hinüber zum Waldrand. Auf dem Dreieck zwischen Krähenfallenweg und Höhenweg wachsen nur zwei verschiedene Kulturen, geteilt durch die junge Hecke, die sich seit vorletztem Jahr entlang der Höhenlinien in den Talkessel schmiegt. Das untere Gerstenfeld glänzt golden. Mit der Reife mischen sich Brauntöne und Wärme ins Gelb der Ähren, die eine baldige Ernte ankündigen.

Auf dem Weg zu den mobilen Hühnerstellen komme ich am Holunderstrauch vorbei. Grüne Beeren thronen auf dunkelvioletten Stängeln. Nichts erinnert mehr an die cremefarbenen Blütendolden, die vor zwei Wochen noch wie Perlmutt aus der Landschaft hervorstachen. Auf unserer Seite des Tals ist die Entwicklung schon etwas weiter, sind die Beeren lila.

Müll liegt im Graben links vom Weg – Papierfetzen, zusammengeknüllte Aluminiumfolie, eine leere Flasche. Ein Zeichen des Sommers, im Winter essen die Menschen lieber zu Hause.

Auf dem Rückweg finde ich eine Feder. Sie ist etwa 30cm lang. Hellgrau mit brauner Zeichnung. In der Bauchtasche meines Pullovers transportiere ich sie bis nach Hause.

Weitere Beiträge