Landwirtschaft für Mensch, Tier & Natur

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Wie das Ereignis eines einzigen Tages den Alltag eines ganzen Betriebs durcheinander brachte

Zwei Mal am Tag geht der Landwirt Martin durch die Gänge seiner Ställe, um sich zu vergewissern, dass es jedem seiner Tiere gut geht.

Zwei Mal am Tag öffnet und schließt er die Türen, klettert über Buchtenwände, säubert Tröge und klopft sich anschließend den Staub von der Arbeitskleidung.

Doch heute bleiben seine Gummistiefel unbeachtet, seine Arbeitskleidung unbenutzt.

Denn seit gestern liegt Martin im Koma. Seine Zukunft, und die des Betriebs, ist ungewiss. 

In dieser Situation befanden wir uns im Sommer 2020. Völlig unerwartet hatte Martin einen Betriebsunfall, der ihm fast das Leben kostete und unseren Alltag für immer verändern sollte.

Martin hat überlebt. Mittlerweile wohnt er wieder zu Hause, hält mit aller Kraft den Betrieb am Laufen, der dank der Unterstützung seiner Frau, seines Mitarbeiter, guter Freunde & Bekannte und etlicher anderer guter Seelen irgendwie durch die Krise gekommen ist.

Durch die Ställe geht der Landwirt trotzdem nicht mehr. Denn die stehen jetzt leer. Die Tierhaltung hat Martin aufgegeben, denn die Arbeit kann er selbst nicht mehr bewältigen und seine Tochter, die ein Jahr nach dem Unfall mit in den Betrieb eingestiegen ist, lehnt die Schweinemast bewusst ab. Auch sein Mitarbeiter, dessen Herz für den Ackerbau schlägt, begrüßt diesen Wandel.

Die Felder sind seit dem Unfall um einiges bunter geworden. Neben (mehrzeiliger) Gerste, Weizen, Raps und Erbsen wachsen jetzt auch Dinkel, Roggen, Hafer, Lupinen und (einzeilige) Braugerste auf den Äckern.

Vorrangiger Abnehmer soll ab jetzt der Mensch sein. Doch nicht nur – denn auch Tier und Natur profitieren von der Umstrukturierung. 

Mehr Biodiversität bietet ein breiteres Angebot an Nahrung für Wildtiere und Insekten. Auch Bodenlebewesen genießen die neue Vielfalt. Krankheiten und Schädlinge haben weniger Raum sich zu entfalten und Schaden anzurichten. 

Langfristig wollen wir auch mit Unter- und Reihensaaten arbeiten und gezielt Humus aufbauen. Die Einarbeitung von organischem Material bindet Kohlenstoffdioxid (CO2) im Boden und wirkt so dem übermäßigen Ausstoß von Treibhausgasen (und der Erderwärmung) entgegen.  

Die Umstellung bringt viel Freude, macht aber auch ganz schön viel Arbeit. Neues ausprobieren, mehr (Lebens-)Raum für die Natur zu schaffen und gleichzeitig eine reiche Ernte ein zu fahren ist physisch und mental eine Herausforderung. Einige Kulturen bauen wir zum ersten Mal an – ob das wohl alles gut geht? 

Auch wie es in Zukunft mit den ehemaligen Ställen weitergeht ist noch immer ungewiss. Ideen und Träume gibt es viele – Zögern und Zaudern auch. 

Deswegen fragen wir:

Welche Wünsche und Visionen hast Du für den Rossbacher Talkessel? 

Schreib‘ deine Ideen in die Kommentare oder schicke sie per Kontaktformular direkt an uns. 


Wir blicken freudig und aufgeregt nach vorne und freuen uns auf das was kommt.

Alles Liebe,
Euer Team vom Rossbacher Hof

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